Apple Inc. mit Sitz in Cupertino, Kalifornien, entwickelt und verkauft Smartphones, Computer, Tablets, Uhren und Kopfhörer und betreibt darauf aufbauend ein Dienstleistungsgeschäft aus App Store, Abonnements, Werbung und Zahlungsdiensten. Rund die Hälfte des Umsatzes entfällt auf das iPhone, gut ein Viertel auf die Dienste; die Fertigung liegt bei Auftragsherstellern, überwiegend in China und Indien.
Am 30. Juli 2026 meldete Apple für das Ende Juni abgeschlossene Quartal 109,4 Milliarden Dollar Umsatz, 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, und 29,8 Milliarden Dollar Gewinn. Das iPhone steuerte 54,3 Milliarden bei (plus 22 Prozent), der Mac 10,4 Milliarden (plus 29 Prozent), die Dienste 30,7 Milliarden (plus 12 Prozent); allein das iPad fiel um sechs Prozent. Jede Weltregion wuchs zweistellig, Greater China um 22,4 Prozent auf 18,8 Milliarden. Interessant werden diese Zahlen erst vor ihrem Hintergrund: Für 2026 erwartet das Marktforschungshaus IDC einen Einbruch des weltweiten Smartphone-Absatzes um 13,9 Prozent auf 1,09 Milliarden Stück, den stärksten Rückgang in der Geschichte der Branche. Apples Wachstum kommt nicht aus mehr Geräten.
Die ausgewiesene Bruttomarge von 50,1 Prozent braucht zwei Erklärungen, die gegeneinander ziehen. Rund zwei Prozentpunkte stammen aus einer einmaligen Zollerstattung von 2,19 Milliarden Dollar, nachdem der Supreme Court im Februar 2026 die unter dem Notstandsgesetz IEEPA erhobenen Abgaben gekippt hatte. Dagegen steht der Speicherpreis: Kontrakte für mobiles DRAM haben sich seit Mitte 2025 um rund 237 Prozent verteuert, weil die Hersteller ihre Kapazität in Richtung der KI-Rechenzentren umlenken. Der Speicheranteil an den Materialkosten eines iPhones kletterte Schätzungen zufolge von 20 bis 30 auf 130 bis 140 Dollar. Tim Cook nannte das eine Jahrhundertflut und hob widerwillig die Preise für Mac, iPad und Heimgeräte an. Für das laufende Quartal werden 47 bis 48 Prozent erwartet.
Die installierte Basis erreichte 2,5 Milliarden aktive Geräte, die Zahl bezahlter Abonnements überschritt 1,5 Milliarden. Darauf ruht das Dienstegeschäft, und dort sitzt der eigentliche Gewinnmotor: Bei einer Bruttomarge von 75,6 Prozent gegenüber 40,1 Prozent im Produktgeschäft steuern die Dienste 28 Prozent des Umsatzes bei, aber gut vier Zehntel des Rohertrags. Der größte Einzelposten darin ist auffällig passiv — Google zahlt nach Gerichtsunterlagen geschätzte 20 Milliarden Dollar im Jahr dafür, dass seine Suche in Safari voreingestellt bleibt. Zugleich zeigen sich erste Risse: Der App-Store-Umsatz wuchs nach Schätzung von Morgan Stanley zuletzt nur noch um gut zwei Prozent, und die Diensteerlöse gingen gegenüber dem Vorquartal erstmals seit 2022 zurück.
Das China-Geschäft, jahrelang die Sorgenstelle jeder Apple-Analyse, ist zurück: 18,8 Milliarden Dollar im Juni-Quartal, ein Plus von 22,4 Prozent, über neun Monate rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ändert nichts daran, dass Apple in seinem wichtigsten Wachstumsmarkt nicht mehr vorne steht. Im ersten Halbjahr 2026 führte Huawei mit 20,6 Prozent Marktanteil, Apple folgte mit 17,5 Prozent; im zweiten Quartal erreichte Apple mit 12,4 Millionen ausgelieferten iPhones einen Rekordanteil von 19 Prozent, Huawei kam auf 23. Beide wuchsen um rund ein Fünftel, während der chinesische Markt insgesamt fiel. Der Verdrängungswettbewerb läuft nicht mehr zwischen Apple und Huawei, sondern zwischen diesen beiden und allen übrigen.
Über den Ausgang des Jahres 2026 entscheidet weniger das Produkt als der Zugang zu Bauteilen. IDC rechnet mit 13,9 Prozent weniger Stückzahlen bei zugleich um 14 Prozent auf einen Rekordwert von 523 Dollar steigenden Durchschnittspreisen; das Segment unter 100 Dollar, rund 171 Millionen Geräte im Jahr, wird dabei schlicht unwirtschaftlich. Anteile gewinnt, wer Größe, Vorverträge und Preissetzungsmacht hat — Apple, Samsung und in China Huawei. Von TSMCs erster Zwei-Nanometer-Kapazität hat Apple Berichten zufolge mehr als die Hälfte für die A20-Chipfamilie gebunden, und rund ein Viertel der iPhones entsteht inzwischen in Indien. Cook warnte trotzdem, die Lieferengpässe würden im September-Quartal deutlich zunehmen.
Im Januar 2026 einigte sich Apple mit Google darauf, dass ein eigens angepasstes Gemini-Modell mit 1,2 Billionen Parametern das neue Siri antreibt — für geschätzt eine Milliarde Dollar im Jahr und ohne sichtbare Google-Marke. Vorausgegangen war die interne Feststellung, dass die eigenen Modelle bei komplexen Anfragen in etwa einem Drittel der Fälle scheiterten. Der Branchenanalyst Ming-Chi Kuo formuliert die offene Frage: Kann Apple mit demselben Modell ein besseres Erlebnis bauen als Google selbst? Wenn nicht, setzt ein fremdes System die Obergrenze. Zugleich entsteht der Wettbewerb um die nächste Schnittstelle — OpenAI hat Jony Ives Firma io für 6,4 Milliarden Dollar gekauft, Metas Ray-Ban-Brillen halten 75 bis 80 Prozent des Marktes für KI-Brillen.
Apples auffälligste strategische Entscheidung ist eine Unterlassung. Während Amazon, Microsoft, Meta und Alphabet 2026 zusammen 650 bis 700 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur stecken, plant Apple rund 13 bis 14 Milliarden. Das Unternehmen gibt fünfmal so viel für Forschung und Entwicklung aus wie für Sachanlagen — die Forschungsquote liegt bei etwa zehn Prozent des Umsatzes — und mietet die Rechenleistung, die es nicht selbst bauen will. Das Ergebnis steht in der Kapitalflussrechnung: In neun Monaten flossen rund 117 Milliarden Dollar operativer Cashflow zu, nach 81,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Allein im Juni-Quartal gingen 33 Milliarden an die Aktionäre, davon 25,8 Milliarden über Rückkäufe. Die Aktienzahl sank binnen eines Jahres um gut zwei Prozent.
Auf den schrumpfenden Stückzahlmarkt antwortet die Produktseite mit höheren Preisen und neuen Kategorien. Für September wird das erste faltbare iPhone erwartet, Einstiegspreis nach Zulieferberichten um 1.999 Dollar, entwickelt zu einem guten Teil von Ingenieuren, die zuvor am Vision Pro arbeiteten. Die A20-Generation kommt in TSMCs Zwei-Nanometer-Verfahren. Daneben legt Apple neue Abonnementflächen an: Ein Gesundheitsdienst ist in Vorbereitung, das Werbegeschäft wurde auf Apple Maps ausgeweitet, eine Datenbrille wird für 2027 erwartet, und für den Rest des Jahres stehen nach Zählung von Beobachtern sechzehn neue Produkte an. Die Logik ist überall dieselbe: Wenn die installierte Basis nicht mehr schnell wächst, muss der Umsatz je Gerät steigen.
Am 1. September 2026 übernimmt John Ternus die Führung, Tim Cook wechselt an die Spitze des Verwaltungsrats. Der Juli-Termin war Cooks neunzigste und letzte Quartalskonferenz. Ternus, seit rund 25 Jahren im Haus und zuletzt für die gesamte Hardware-Entwicklung verantwortlich, tritt in einem Moment an, in dem die Engpässe physisch sind und das Gehirn der Software gemietet ist. Die Akten, die er erbt, sind umfangreich: Vergleichsgespräche mit dem US-Justizministerium über die Kartellklage von 2024, ein Bußgeld der EU-Kommission über 500 Millionen Euro samt abgewiesener Klage gegen die DMA-Einstufung von iOS und App Store, dazu das Berufungsverfahren, an dem Googles Milliardenzahlungen hängen.
Das beste Quartal der Firmengeschichte und die Erosion seiner Grundlagen fallen in dieselben drei Monate. Apple hat 109,4 Milliarden Dollar umgesetzt, während der Weltmarkt für Smartphones um fast vierzehn Prozent schrumpft; erklären lässt sich das fast vollständig aus Preis und Zugang zu Bauteilen, kaum aus Menge. Zugleich werden die beiden wichtigsten Größen der Gewinnrechnung derzeit außerhalb Cupertinos festgelegt. Die Bruttomarge hängt an einem Speicherzyklus, den die Rechenzentren der KI-Konkurrenz treiben. Und der Gewinnsprung des Quartals enthält 2,19 Milliarden Dollar, die ein Gericht zurückgegeben hat. Beides ist real verdient. Wiederholbar ist keines von beidem.
Der Markt zahlt dafür einen historisch ungewöhnlichen Preis. Am 28. Juli überschritt Apple als zweites Unternehmen nach Nvidia kurzzeitig fünf Billionen Dollar Marktwert; das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt seither um die 35 und damit weit über dem Niveau der mittleren Zwanziger, das für Apple lange üblich war. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt inzwischen unter dem Kurs. Bemerkenswert ist die Begründung des Aufschlags: Apple wird dafür belohnt, dass es nicht investiert, dass sein freier Cashflow frei bleibt, während die Konkurrenz Rechenzentren finanziert. Die Prämie für Sicherheit ruht damit ausgerechnet auf einer KI-Fähigkeit, die Apple mietet.
Wer dagegenhält, hat gute Argumente: 2,5 Milliarden Geräte, 1,5 Milliarden Abonnements, ein Dienstegeschäft mit 75,6 Prozent Bruttomarge und eine Einkaufsmacht, die in der Knappheit mehr wert ist als jedes Produktmerkmal. Wer die Gegenseite einnimmt, zeigt auf dieselbe Bilanz: Die zwei profitabelsten Erlösströme, die App-Store-Provision und Googles Zahlung für die Voreinstellung, stehen beide vor Gericht, und die Marge steht unter einem Kostendruck, der laut IDC bis mindestens Mitte 2027 anhält. John Ternus erbt am 1. September ein Unternehmen, das mehr verdient als je zuvor und dessen wichtigste Variablen anderswo entschieden werden: in einem Berufungsgericht, bei einer Regulierungsbehörde, in den Preislisten dreier Speicherhersteller.